Erlebnis-Raum Taufe

AchSo!
Symbole, Brauchtum, Taufsprüche und Anekdoten rund um die Taufe

Traditionen

Mit der Taufe verbinden sich viele Gebräuche und Traditionen. Die allermeisten davon stammen aus den vergangenen Jahrhunderten und drohen heute in Vergessenheit zu geraten. Viele sind lokal begrenzt, einige aber auch weit verbreitet.

Das Taufkleid

Traditionelles weißes Taufkleid
Traditionelles weißes Taufkleid

Zu den bekanntesten Traditionen gehört das Taufkleid. Schon in den Anfängen der Christenheit wurden die „Täuflinge“ auf besondere Weise eingekleidet und so geschieht es auch heute noch.

Das Taufkleid hat folgende Bedeutung:

  • Die weiße Farbe symbolisiert Reinheit, Sündenfreiheit, Neugeburt.
  • Die übergroße Länge des Taufkleides zeigt: In die Gottesbeziehung muss ich ein Leben lang hineinwachsen.
  • Das Taufkleid wird in der Familie weitergegeben als Erbstück. Es symbolisiert: Ich werde durch die Taufe in eine lange Traditionskette eingereiht.
  • „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen“, so steht es im Galatherbrief (Gal. 3,27). Deshalb wurden bis in Luthers Zeit hinein die Getauften erst nach der Taufe mit einem weißen Hemd dem ‚Westerhemd‘ bekleidet.

Paten und Patinnen

Taufe
Taufe

Da zu jeder Taufe Paten oder Patinnen benötigt werden, verknüpfen sich viele Traditionen mit dem Patenamt. So war es bis vor ca. 80 Jahren noch üblich, dass zur Anmeldung eines Kindes die Vornamen der späteren Paten urkundlich hinzugefügt wurden. So hatte ein Kind meistens 3-4 Vornamen, in Ausnahmefällen konnten es auch schon mal 10 Namen sein.

Bei der Taufe wird das Kind vom Paten oder der Patin über das Taufwasser gehalten. Da die Paten im Taufakt die weltweite Gemeinde der Getauften symbolisieren, kommt darin zum Ausdruck, dass Taufe ein Eingegliedert-Werden in diese Gemeinschaft bedeutet.

Auf die besondere Bedeutung des Patenamts für die Taufe weist schon der Name Pate hin; dahinter steckt die lateinische Bezeichnung pater spiritualis (= geistlicher Vater).

Eine überraschende Besonderheit hat sich in den allemannisch geprägten Regionen Badens entwickelt und erhalten. Ein männlicher Pate wird der Götti, eine weibliche Patin die Gotte genannt. Ein so deutlicher Beleg für den Gottesbezug des Patenamts ist im deutschen Sprachraum nirgendwo sonst zu finden. Die Bezeichnungen Godel (Nordhessen), Godn/God (Salzburg und Tirol), godfather/godmother (Englisch) oder gudfar/gudmar (Schwedisch) bringen diesen Bezug in ähnlicher Weise zum Ausdruck; in der russischen Sprache nehmen die Begriffe Kreuzvater (übersetzt für Pate) und Kreuzmutter (für Patin) einen zentralen Inhalt des Taufgeschehens auf.

Zur Taufe gibt es häufig auch kleine Geschenke
Zur Taufe gibt es häufig auch kleine Geschenke

Geschenke für den Täufling gehören schon seit langer Zeit zur Taufe und zur Aufgabe der Paten.

Dienten sie in den vergangenen Jahrhunderten eher der finanziellen Absicherung für Notzeiten (z.B. in Form von silbernen Tauftalern oder Tauflöffeln), bringen sie heute in altersgerechter Form die besondere Beziehung der Paten zu ihrem Patenkind zum Ausdruck (z. B. Bilderbuch, Schaukelpferd, Fotoalbum, Kinderbibel, Schmusetier).