Erlebnis-Raum Taufe

Taufe 2017
Wie stehen die Kirchen heute zur Taufe

Taufe 2017

Entwurf Taufschale von Lisa Reizig
Entwurf Taufschale von Lisa Reizig

In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers werden jährlich ca. 22.000 Kinder und ca. 1.800 Erwachsene (ab 14 Jahre) getauft. Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass das Durchschnittsalter der getauften Kinder steigt. Gleichzeitig ist die Zahl derer gestiegen, die sich als Erwachsene taufen lassen. Diesen Taufen geht in der Regel eine intensive Vorbereitung voraus.

Die Praxis der Kindertaufe ist begründet in der Überzeugung, dass Gottes Gnade allem menschlichen Tun vorausgeht (lat. gratia praeveniens). Diese vorauslaufende Gnade Gottes wird als Kriterium für die Taufe höher gewichtet als alle denkbaren menschlichen Kriterien. Dem kleinen Kind, das außer seiner bloßen Lebendigkeit noch keine Qualitäten mitbringt, wird zugesagt: „Du bist um Christi Willen Gottes geliebtes Kind. Du sollst zur weltweiten Gemeinde der Getauften gehören.“

Die so verstandene Taufe ist in erster Linie ein Geschenk Gottes an den Menschen, das niemandem vorenthalten werden kann, der darum nachfragt. Erst in zweiter Linie hat Taufe auch Konsequenzen für kirchliche Organisationsstrukturen. Dieses Taufverständnis hat dazu geführt, dass eine Taufe heute nur noch in Ausnahmefällen verwehrt werden kann.

Ein Wandel im Verständnis der Taufe findet seinen Ausdruck auch in der Magdeburger Erklärung aus dem Jahr 2007. Darin haben 11 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland eine gegenseitige Anerkennung der Taufpraxis vereinbart. Der entscheidende Text lautet:

"Deshalb erkennen wir jede nach dem Auftrag Jesu im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit der Zeichenhandlung des Untertauchens im Wasser bzw. des Übergießens mit Wasser vollzogene Taufe an und freuen uns über jeden Menschen, der getauft wird. Diese wechselseitige Anerkennung der Taufe ist Ausdruck des in Jesus Christus gründenden Bandes der Einheit (Epheser 4,4-6). Die so vollzogene Taufe ist einmalig und unwiederholbar."
Auszug Magdeburger Erklärung, 29.4.2007

Grundsätzlich findet die Taufe in einem Kirchenraum statt. Angeregt durch das ‚Jahr der Taufe 2011‘ haben sich in unserer Landeskirche aber auch Tauffeste etabliert, bei denen mehrere Kinder unterschiedlichen Alters getauft werden und Familienangehörige und Gäste zu einer anschließenden gemeinsamen Feier eingeladen sind. Diese Tauffeste finden oftmals ‚open air‘ an Flussläufen oder Seen statt.

Die Praxis der Kindertaufe und das Ernstnehmen der theologischen Bedeutung der Taufe haben zur Folge, dass die taufende Gemeinde/Kirche engen Kontakt zu den Tauffamilien halten muss und zum regelmäßigen Taufgedenken einlädt. Dazu werden im Moment geeignete Modelle entwickelt.

  • Römisch-katholische Kirche
  • Evangelische Kirche in Deutschland
  • Orthodoxe Kirche in Deutschland
  • Evangelisch-methodistische Kirche
  • Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche
  • Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche in Deutschland
  • Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland
  • Äthiopisch-Orthodoxe Kirche
  • Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen
  • Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
  • Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland